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| Die SOS-Mütter in Mogadischu brauchen eine besondere Stärke und Hingabe - Foto: Alexander Gabriel |
Gestern brachen im Medina-Viertel von Mogadischu, in dem einige der aus dem SOS-Kinderdorf evakuierten Familien vorübergehend wohnen, schwere Kämpfe aus. Fahama, eine der SOS-Mütter, wollte gerade ihre Kinder in Sicherheit bringen, als sie von einem Geschoß getroffen wurde. Eine SOS-Familienhelferin versorgte sie notdürftig, es dauerte aber auf Grund der Kämpfe eine Viertelstunde, bevor man sie in das Krankenhaus des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) bringen konnte. Ein SOS-Jugendbetreuer spendete Blut, am Nachmittag wurde Fahama operiert. Mittlerweile ist sie bei Bewusstsein und außer Lebensgefahr. Das Medina-Krankenhaus des ICRC liegt im Süden von Mogadischu, während die im Norden gelegene SOS-Klinik wegen der großen Militärpräsenz und der prekären Sicherheitslage häufig nicht erreichbar ist.
Die SOS-Familien wurden Ende des vergangenen Jahres aus dem SOS-Kinderdorf (direkt gegenüber der SOS-Klinik) in andere Stadtteile von Mogadischu evakuiert, nachdem bei Raketeneinschlägen eine Familienhelferin getötet worden war.
Bei Überfall getötet
Bei einem weiteren, besonders tragischen Zwischenfall wurde ein junger Mann (26), der im SOS-Kinderdorf aufgewachsen war und in der SOS-Klinik als Gärtner gearbeitet hatte, brutal ermordet. Die Tat ereignete sich, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am Donnerstag (28. August) in Afgoye, 22 km außerhalb von Mogadischu. Der junge Mann war auf dem Weg in eine Außenstelle der SOS-Klinik und wurde von Dieben überfallen, die sein Mobiltelefon wollten. Als er sich zur Wehr setzte, traf ihn ein Schuss in den Hals – an dem Alas kurze Zeit später in der SOS-Klinik verstarb.
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| In Mogadischu und Afgoye leisten die SOS-Mitarbeiter lebensrettende Arbeit - Foto: SOS-Archiv |
Im April eröffneten der leitende Arzt der SOS-Klinik in Mogadischu, Dr. Abdullahi, und sein Team eine medizinische Außenstelle in Afgoye, wo viele Flüchtlinge leben. Begonnen haben sie mit der medizinischen Betreuung von Müttern und Kindern und einer ambulanten Station. Als Dr. Abdullahi eine Frau traf, die ihr Baby als Bezahlung für die Geburtshilfe an die Hebamme übergeben musste, war dies ein Schock für alle - und zeigte nur die Spitze des Eisberges der vor Ort herrschenden Verhältnisse. Das SOS-Team eröffnete daraufhin - wie in Mogadischu - eine Geburtenstation, wo die Säuglinge auch kostenlos geimpft werden.
Die Klinik in Afgoye wird von einem mobilen Team geführt, das 24 Stunden Dienst in der SOS-Klinik in Mogadischu versieht und die nächsten 24 Stunden in Afgoye. Zwischen 150 und 200 Patienten kommen täglich, an Samstagen sind es bis zu 300.