"Im Süden Somalias zeichnet sich eine humanitäre Katastrophe ab. Bereits über 335.000 Menschen in Mogadischu und der Shabelle-Region sind auf sofortige, lebensrettende Hilfe angewiesen, dazu kommen zehntausende Menschen, die zurzeit vor der Gewalt in Mogadischu fliehen. Internationale und nationale Hilfsorganisationen können nicht effektiv auf die Krise reagieren, weil sich die Sicherheitslage dramatisch verschlechtert", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von mehr als 40 nationalen und internationalen Hilfsorganisationen, die in Somalia aktiv sind.
"Die internationale Gemeinschaft und die Konfliktparteien stehen in der Verantwortung, den Schutz der Zivilbevölkerung sicherzustellen, Hilfslieferungen zu ermöglichen und die Sicherheit der Helfer zu gewährleisten", lautet der Appell.
Seit Dezember 2006 liefern sich islamistische Milizen mit somalischen Regierungssoldaten und den mit ihnen verbündeten äthiopischen Truppen einen Guerillakrieg. Immer wieder flammen in Mogadischu heftige Kämpfe auf. Schätzungsweise 400.000 Menschen sind aus der somalischen Hauptstadt geflohen.
Im April musste das SOS-Kinderdorf in Mogadischu vorübergehend evakuiert werden, als in unmittelbarer Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfs und der SOS-Klinik gekämpft wurde. Teile des Klinikgebäudes wurden durch Granaten erheblich beschädigt.
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SOS-Kinderdorf arbeitet seit Mitte der 1980er Jahre in Somalia. Im Südteil von Mogadischu befinden sich das SOS-Kinderdorf, ein Kindergarten, Jugendeinrichtungen und eine Schule für rund 350 Kinder. Trotz schwerer Kämpfe und des völligen Chaos in der Stadt nach Ausbruch des Bürgerkriegs 1991 setzte SOS-Kinderdorf seine Arbeit fort, nachdem beinahe alle Hilfsorganisationen das Land verlassen hatten.
Das große Hilfs- und Ernährungsprogramm, das damals gestartet wurde, wurde allmählich zur fixen Einrichtung. Heute ist der gesamte medizinische Komplex, der u.a. eine Mutter-Kind-Klinik, eine eigene Kinderstation und ein Ernährungsprogramm umfasst, aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. Jedes Jahr werden an die 300.000 Behandlungen durchgeführt. ECHO und das UN-Welternährungsprogramm unterstützen diese Projekte.
Die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen gerieten im Laufe der Jahre immer wieder zwischen die Fronten. Es gab sogar Entführungen, die aber glimpflich verliefen, vor allem dank der Solidarität breiter Bevölkerungsteile. Trauriger Höhepunkt war die Ermordung von Schwester Leonella, Leiterin der SOS-Krankenpflegeschule, und ihres Leibwächters im vergangenen Jahr.
Folgende Organisationen haben den Appell unterzeichnet:
Advancement for Small Enterprise Programmes (ASEP)
Adventist Development Relief Agency (ADRA)
Africa Rescue Committee (AFREC)
Agency for Technical Cooperation & Development (ACTED)
CAFOD
CARE
Caritas Somalia
Centre for Peace and Democracy (CPD)
Concern Worldwide Cooperazione Internazionale (COOPI)
Coordinating Committee of the Organisation for Voluntary Service (COSV)
Danish Refugee Council (DRC)
Diahonia Emergency Aid
Diahonia Sweden
Family Economic Recovery Organisation (FERO)
Gedo Health Consortium (GHC)
HARDO Relief and Development Organisation
Horn Relief International Aid Services (IAS)
International Committee for the Development of People (CISP)
International Medical Corps (IMC)
Interpeace
Islamic Relief
MDM France
Mercy Corps
Merlin
Norwegian Refugee Council (NRC)
Oxfam GB
Oxfam Novib
SAACID Australia
Saferworld
Save the Children UK
Solidarite
SOS-Kinderdorf
Swedish Alliance Welfare Association (SAWA)
Trocaire
VETAID
Veterinaries Sans Frontieres Suisse (VSF Suisse)
Welthungerhilfe/German Agro Action (DWWHH/GAA)
World Vision International