SOS-Schulen in Mogadischu auf unbestimmte Zeit geschlossen 

08/10/2008 – Vergangenen Dienstag wurden in Mogadischu vier SOS-Lehrer und ein Mitarbeiter der Verwaltung über sechs Stunden lang gefangen gehalten. Ihr Leben war bedroht und aufgrund dieses Zwischenfalls wurde entschieden, sowohl die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule als auch die SOS-Krankenschwestern-Schule für unbestimmte Zeit zu schließen.
 

Foto: Alexander Gabriel
Der Präsident von SOS Kinderdorf, Helmut Kutin, hatte die Schulen erst im März 2008 besucht - Foto: A. Gabriel
Die Lehrer, Kenianer somalischen Ursprungs, sind schwer traumatisiert und werden sobald als möglich nach Kenia zurückkehren.

 Der Zwischenfall wurde durch einen Angriff von Aufständischen auf einer Polizeistation ausgelöst, die sich in unmittelbarer Nähe der Schulen befindet. Es besteht der Verdacht, dass die Polizei im Rahmen eines Vergeltungsschlages das Gebäude gestürmt hat, dabei zwei Menschen tötete (sie gehörten nicht zum Personal von SOS-Kinderdorf, waren aber als Hausmeister tätig) und die SOS-Mitarbeiter als Geiseln genommen hat, obwohl diese nicht an dem früheren Angriff beteiligt waren.   

 Der Regionalleiter von SOS-Kinderdorf in Ostafrika, Wilhelm Huber, der vor und während des Bürgerkrieges in Mogadischu gelebt hat, traf die Entscheidung, die Schulen zu schließen, da das Leben der SOS-Mitarbeiter und Schüler nicht länger gefährdet werden konnte. Die Schulen werden wieder geöffnet, sobald die Lage wieder sicher ist. Währenddessen sind die SOS-Mutter-und-Kind-Klinik und die Satellite Clinic in Afgoye, 22 km außerhalb von Mogadischu weiterhin in Betrieb.

 Das SOS-Kinderdorf selbst wurde im Dezember 2007 evakuiert und die Kinder und Mütter leben in anderen Stadtteilen Mogadischus, die als sicherer gelten. Es gab mehrfach Diskussionen mit unseren wichtigsten Mitarbeitern in Mogadischu über eine mögliche Rückkehr der Familien in das ursprüngliche SOS-Kinderdorf und an die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule. Derzeit ist es aber noch zu gefährlich. Niemand ist in Mogadischu sicher und die Situation der Kinder und Mitarbeiter wird ständig überwacht.   

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