(18. September 2006) - SOS-Kinderdorf beklagt den tragischen Tod der italienischen Ordensschwester Leonella Sgorbati, 66. Schwester Leonella war für den Aufbau und die Leitung der Krankenschwesternschule der SOS-Klinik in Mogadischu verantwortlich. Diese Klinik verfügt über die einzige funktionierende Geburtenstation und gynäkologische Abteilung Somalias.
Am 17. September um ca. 12.20 Uhr verließ Schwester Leonella die Schule und befand sich auf dem Weg zum SOS-Kinderdorf direkt gegenüber der SOS-Klinik, als sie und ihr Leibwächter beschossen wurden. Der Leibwächter war sofort tot, Schwester Leonella starb kurz nach ihrer Einlieferung im Operationssaal der SOS-Klinik.
"Die weltweite SOS-Kinderdorf-Familie trauert zutiefst um Schwester Leonella Sgorbati, die ihr ganzes Leben der humanitären Hilfe in Afrika gewidmet hat. Während der vergangenen vier Jahre hat Schwester Leonella trotz der gefährlichen Situation in Somalia unermüdlich die Krankenschwesternschule von SOS-Kinderdorf aufgebaut und geleitet, die jungen Menschen die Möglichkeit bietet, einen Pflegekurs zu besuchen", so SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin in einer ersten Stellungnahme. "Für uns alle ist dies ein schmerzhafter Verlust. Unsere Anteilnahme gilt der Familie von Schwester Leonella, ihren Mitschwestern und den vielen Freunden und Kollegen von SOS-Kinderdorf in Mogadischu."
Drei weitere italienische Krankenschwestern, die als Freiwillige für SOS-Kinderdorf in Mogadischu arbeiten, wurden am Sonntag unter Mithilfe von Willy Huber, Regionalleiter von SOS-Kinderdorf in Ostafrika, aus Somalia evakuiert. Der Leichnam von Schwester Leonella wurde nach Nairobi gebracht, wo sie auf ihren Wunsch diese Woche begraben wird.
Schwester Leonella wurde in England zur Krankenschwester ausgebildet. Für den Consolata-Orden ging sie 1970 nach Nairobi. Sie arbeitete am Madari-Krankenhaus in Myeri, am Nazareth-Krankenhaus in Nairobi und als Leiterin der Nkubu-Krankenschwesternschule. Im April 2002 übernahm sie den Aufbau und die Leitung der Krankenschwesternschule von SOS-Kinderdorf in Mogadischu. Kürzlich absolvierten die ersten Studentinnen die vierjährige Ausbildung. Eine Ordensschwester beschreibt Schwester Leonella als eine sehr gesellige Frau, die es liebte, mit den Menschen zu reden und sich auszutauschen, besonders mit den Studentinnen.
SOS-Kinderdorf ist eine unabhängige, nicht-staatliche soziale Entwicklungsorganisation, die verlassenen und verwaisten Kindern in 132 Ländern und Territorien eine langfristige, familiennahe Betreuung bietet. Rund 60.000 Kinder und Jugendliche werden weltweit in 444 SOS-Kinderdörfern und 354 Jugendeinrichtungen betreut. Mehr als 137.000 Kinder und Jugendliche besuchen SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, SOS-Kindergärten und SOS-Berufsbildungszentren. Zusätzlich unterstützt die Organisation Familien mit materiellen, psychologischen und sozialen Leistungen. Rund 230.000 Menschen profitieren von den SOS-Sozialzentren, über 385.000 Menschen von medizinischen Zentren. In Krisen- und Katastrophensituationen hilft SOS-Kinderdorf mit Nothilfeprogrammen.
SOS-Kinderdorf ist seit Ende der 1980er Jahre in Somalia aktiv und war jahrelang die einzige internationale NGO, die im Süden des Landes humanitäre Arbeit leistete.
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