Das SOS-Nothilfeprogramm für Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet Irak begann am 31. Mai in der jordanischen Stadt Ruwayshid. Circa 1.000 aus dem Irak geflohene Palästinenser haben im dortigen Flüchtlingslager Schutz gesucht. Darunter sind rund 450 Kinder unter sechs Jahren. In Zusammenarbeit mit UNHCR, UNICEF und CARE wird SOS-Kinderdorf Bildungsprogramme, kulturelle und psychologische Programme für Kinder und deren Mütter anbieten.
Die Palästinenser im Flüchtlingslager Ruwayshid hatten seit 1948 bzw. 1967 im Irak gelebt. Nachdem der Sturz Saddam Husseins für sie zu unsicheren Lebensbedingungen im Irak geführt hatte, wurden sie nun erneut zu Flüchtlingen.
Das SOS-Nothilfeprogramm wird hauptsächlich psychologische Hilfe und Freizeitaktivitäten für Kinder zwischen sechs und 12 Jahren sowie deren Mütter anbieten, um sicherzustellen, dass sie mit der schwierigen Lebenssituation im Flüchtlingslager zurechtkommen. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren werden an Kursen teilnehmen, die ihnen grundlegende Fähigkeiten, Team- und Volontariatsarbeit vermitteln, damit sie schließlich alltägliche Aufgaben im Flüchtlingslager übernehmen können.
SOS-Kinderdorf hat sich seit dem Kriegsbeginn im Irak am 18. März gut darauf vorbereitet, humanitäre Hilfe zu leisten. Am 1. Mai erklärte US-Präsident George W. Bush den Krieg für beendet. Anfang vergangener Woche verteilte SOS-Kinderdorf im Lager in Ruwayshid Milch für Kinder, gemeinsam mit der "Hashemite Organisation", die von der jordanischen Regierung mit der Koordinierung der Flüchtlingskrise beauftragt wurde.