Gestern um Mittag Ortszeit brachen erneut schwere Kämpfe in den Straßen um das SOS-Kinderdorf und die SOS-Klinik aus. Während des Bombardements wollte Mohammed Ahmed Abdi - seit 16 Jahren Krankenpfleger in der SOS-Klinik - mit seiner Frau und seinen fünf Kindern fliehen. Dabei wurden sie von einer Granate getroffen. Mohammed Abdis Frau und zwei seiner Kinder wurden getötet. Die getötete 18-jährige Tochter machte gerade eine Krankenpflege-Ausbildung in der SOS-Klinik, das zweite Kind, ein zehnjähriger Junge, besuchte die Hermann-Gmeiner-Schule. Mohammed Abdis weitere drei Kinder sind noch im Krankenhaus.
Nach dem Angriff besetzten somalische und äthiopische Truppen das SOS-Kinderdorf. Die Soldaten durchsuchten die Häuser nach Waffen und Aufständischen. Sie besetzten über Nacht das SOS-Kinderdorf und die SOS-Klinik und durchsuchten jedes Gebäude, verursachten jedoch keine Schäden.
SOS-Kinderdorf ist tief betroffen und trauert mit Mohammed Ahmed Abdi und seiner Familie um seine Frau und die beiden Kinder. SOS-Kinderdorf verurteilt auf das Schärfste die gewaltsamen Übergriffe auf humanitäre Einrichtungen und fordert den uneingeschränkten Schutz der Zivilbevölkerung und die Garantie, dass humanitäre Hilfseinsätze ungehindert durchgeführt werden können. Bereits Ende Oktober hat SOS-Kinderdorf gemeinsam mit über 40 NGOs einen dringenden Appell anlässlich der Besorgnis erregenden Situation in Somalia veröffentlicht.
Alle Kinder, Mütter und Mitarbeiter mussten vor zwei Wochen aus dem SOS-Kinderdorf evakuiert werden, nachdem schwere Bombardements eine Mitarbeiterin getötet und eine SOS-Mutter schwer verletzt hatten. Die SOS-Kinderdorf-Familien sind alle in relativ sicheren Stadtgebieten von Mogadischu untergebracht. Zum ersten Mal seit der Eröffnung im Jahr 1985 wurde das SOS-Kinderdorf in Mogadischu vorübergehend von Soldaten besetzt.