
Mitten in der Kampfzone: das SOS-Kinderdorf in Mogadischu - Foto: SOS-Archiv
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Projektleiter Ahmed Ibrahim berichtet, dass die schweren Gefechte zwischen Aufständischen und von Äthiopien unterstützten Regierungstruppen am 21. März auch für das SOS-Kinderdorf in Mogadischu Auswirkungen hatten und haben. Die heftigsten Auseinandersetzungen gab es zwar rund um das ehemalige Verteidigungsministerium, aber auch in unmittelbarer Nachbarschaft des SOS-Kinderdorf-Geländes - im benachbarten Ramadan-Viertel und beim Viehmarkt - wurde gekämpft. Man zählte vier Tote, hunderte Bewohner, vor allem Frauen und Kinder, mussten vor den Kämpfen flüchten.
Irrläufer schlugen auch im SOS-Kinderdorf ein, glücklicherweise wurde aber niemand verletzt. Die Kinder durften die Familienhäuser nicht verlassen, Patienten der SOS-Klinik verließen in Panik das Gebäude und medizinisches Personal konnte nicht zur Arbeit kommen. Wegen der gefährlichen Sicherheitslage konnten Eltern ihre Kinder auch nicht zum SOS-Kindergarten bringen, der vorläufig seinen Betrieb eingestellt hat. "Wie alle Bewohner von Mogadischu", erzählt Ahmed Ibrahim, "sind auch die Kinder, Mütter und Mitarbeiter verängstigt und demoralisiert. Sie sehen Menschen, die ihre Häuser verlassen müssen, Geschäfte, die zusperren, und Schulen und Kindergärten, die schließen."
Die Kämpfe folgten einem der blutigsten Tage in Mogadischu seit der Vertreibung der Islamischen Gerichte und der Machtübernahme durch die Regierung und ihrer äthiopischen Verbündeten. Maskierte Männer schleiften die Leichen von zwei Soldaten durch die Straßen der Hauptstadt und zündeten sie an. Dieselben Männer, mit Panzerabwehrraketen und automatischen Waffen im Anschlag, wurden später im Ramadan-Viertel, rund um den Viehmarkt und auf einem Fabrikgelände gesehen, alles in der Nähe des SOS-Kinderdorfes.
Die Gegend, in der sich die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen befinden, war eine Hochburg der Islamischen Gerichte, die Mogadischu und angrenzende Gebiete in den letzten Monaten des Jahres 2006 unter ihrer Herrschaft hatten. Unmittelbar vor Jahreswechseln übernahm die Regierung mithilfe äthiopischer Truppen die Macht.
So gut es geht, werden das SOS-Kinderdorf und alle anderen Einrichtungen - Kindergarten, Schule und das Krankenhaus - ihren Betrieb trotz der schwierigen Situation aufrecht halten. Sollten die Kampfhandlungen weiter gehen, ist das Krankenhaus dank seiner chirurgischen Ausstattung in der Lage, Verletzte zu versorgen.