Laut Dorfleiter Abdelkérim Mahamat Abdelkérim herrscht in der Stadt ein Gefühl der Angst. Viele Menschen sind in den Straßen gestorben. Auch die Sachschäden sind enorm und insbesondere an den ausgebrannten Autos sichtbar.
Das SOS-Kinderdorf in N'Djamena war bisher vom Konflikt nicht betroffen. Die Kinder und Mitarbeiter sind in Sicherheit, auch die Gebäude auf dem SOS-Kinderdorf-Gelände blieben unversehrt. Die Kinder und SOS-Mütter halten sich allerdings innerhalb des Dorfes auf, da es immer noch gefährlich ist, sich in der Stadt zu bewegen. Rund um das Dorf wurde aus Sicherheitsgründen mehr Wachpersonal aufgestellt.
Im SOS-Kinderdorf gibt es ausreichend Vorrat an Hygieneartikeln, Lebensmitteln und Treibstoff, um die nächsten fünfzehn Tage durchzuhalten. Abdelkérim Mahamat Abdelkérim fügt hinzu: "Wenn die Situation sich verschlechtert, werden wir die internationalen Hilfsorganisationen, die hier tätig sind, um Hilfe bitten, damit die Kinder nach Kousseri evakuiert werden können. Diese Stadt liegt in Kamerun, ca. 50 km von N'Djamena entfernt."
Die Kämpfe haben Anfang Februar begonnen, nachdem Rebellen aus dem Grenzgebiet zum Sudan bis zur Hauptstadt vorgedrungen waren. Obwohl die Situation sich beruhigt hat, gibt es nach wie vor Flüchtlingsbewegungen in die Nachbarstaaten Kamerun und Nigeria. Laut neuesten Berichten haben allein in den letzten vier Tagen mehr als 20.000 Menschen den Grenzfluss zu Kamerun durchquert und sind in Kousseri gestrandet. Gleichzeitig sind mehr als 3.000 Menschen nach Nigeria geflohen.
Das SOS-Kinderdorf N'Djamena befindet sich im Diguel-Viertel, ca. 15 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. SOS-Kinderdorf ist seit 2005 im Tschad tätig und betreibt derzeit einen Kindergarten, eine Schule, ein sozialmedizinisches Zentrum und ein Familienstärkungsprogramm. Im August 2006 hat SOS-Kinderdorf ein Nothilfeprogramm im Osten des Tschad für traumatisierte Flüchtlingskinder aus Darfur gestartet, das vor allem psychologische Unterstützung leistet.