SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Mogadischu nach wie vor geschlossen 

31/01/2008 - Seit Anfang Dezember sind die Kinder mit ihren SOS-Kinderdorf-Müttern in sicheren Stadtvierteln untergebracht. Nachdem sich die Situation gegen Ende 2007 weiter dramatisch verschlechterte, mussten auch alle anderen Einrichtungen vorübergehend geschlossen werden.
Im Laufe der vergangenen Monate hat sich die Sicherheitslage rund um den Standort der SOS-Kinderdorf-Einrichtungen dermaßen verschlechtert, dass in einer ersten Maßnahme die Kinder an sichere Orte gebracht werden mussten. Nach einem verheerenden Granateneinschlag, bei dem die Frau und zwei Kinder eines Mitarbeiters getötet wurden, und weiteren ernsten Zwischenfällen mussten Ende 2007 auch alle Bildungseinrichtungen und die große SOS-Klinik ihren Betrieb einstellen.

Dies ist das erste Mal, dass die Projekte von SOS-Kinderdorf in der somalischen Hauptstadt geschlossen werden mussten. Selbst während der schweren Bürgerkriegsjahre in den frühen 1990er Jahren konnte der Betrieb durchgehend aufrechterhalten werden.

Bis heute hat sich die Situation in jenem Stadtgebiet, wo sich die SOS-Projekte befinden, nicht beruhigt. Kommende Woche werden der Leiter von SOS-Kinderdorf Somalia sowie der Dorfleiter und der Schuldirektor nach Mogadischu fahren, um sich ein Bild von der momentanen Lage zu machen und mit Verantwortlichen vor Ort mögliche Lösungen zu diskutieren. Ein zentrales Anliegen ist, dass die Kinder möglichst bald wieder einen regulären Unterricht besuchen können.

Für die SOS-Klinik, die seit vielen Jahren für tausende Menschen, vor allem für Frauen und Kinder, unentbehrliche medizinische Versorgung bietet, könnte eventuell vorübergehend ein anderer Standort in Frage kommen. Das Personal wäre einsatzbereit und wartet, dass sich die Lage verbessert.

Claudio Croce, Projektverantwortlicher für Somalia, zeigt sich vorsichtig optimistisch, wenn er von einigen positiven politischen Signalen spricht, und hofft für die leidgeprüfte Bevölkerung von Mogadischu und die Kinder in der Betreuung von SOS-Kinderdorf endlich auf Frieden.

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