In Mexiko sind die SOS-Kinderdörfer in Tuxtla und Comitan in Kontakt mit DIF (DIF - Integral Development of the Family, Regierungsorganisation, die für Kinderwohlfahrt zuständig ist), um in beiden Einrichtungen bei Bedarf Kinder unterzubringen, die den Kontakt zu ihren Eltern und Verwandten verloren haben. In beiden Gemeinden dürften sich Kinder in dieser Notlage befinden.
Auch mit der DIF-Vertretung in Tapachula, eine der von der Naturkatastrophe in Südmexiko am schwersten betroffenen Gemeinden, steht SOS-Kinderdorf in Kontakt, doch auf Grund defekter Kommunikationsleitungen und unterbrochener Straßenverbindungen konnten noch keine konkreten Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden.
Laut Fernanda Illescas, der Direktorin von SOS-Kinderdorf Mexiko, konzentriert DIF zurzeit seine Nothilfe auf Wasser- und Nahrungsmittelverteilung in den Krisenregionen, die Situation von allein stehenden Kindern, die Unterkünfte benötigen, wurde noch nicht erhoben. Sollten unbegleitete Kinder gefunden werden, könnten diese in den SOS-Kinderdörfern in Tuxtla und Comitán aufgenommen werden. Auch alle anderen SOS-Kinderdörfer im Land wurden dazu aufgerufen, sich auf eine eventuelle Aufnahme von Kindern vorzubereiten.
Nachdem die Versorgung der Betroffenen mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Kleidung im Augenblick Vorrang hat, stellt SOS-Kinderdorf Mexiko alle möglichen Hilfsgüter zur Verfügung, die von DIF per Helikopter in die Krisengebiete geliefert werden.
In Guatemala, das vom Wirbelsturm "Stan" am schwersten heimgesucht wurde, wurde das SOS-Feriencamp in Panajachel durch einen Erdrutsch erheblich beschädigt. Auf Grund weiterer drohender Erdrutsche wurde das Gelände evakuiert.
In Retalhuleu, eine der sieben Regionen mit den meisten Schäden in Guatemala, wurde SOS-Kinderdorf von CONRED (Coordination for the Reduction of Disasters) autorisiert, Trinkwasser, Nahrungsmittel und Decken zu sammeln.
Diese Hilfsgüter werden von CONRED in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz via Luftweg verteilt, da die meisten Katastrophengebiete nicht über Straßen erreicht werden können. Derzeit wird geprüft, ob die SOS-Kinderdörfer in Quetzaltenango und Guatemala City ähnliche Hilfsaktionen durchführen werden.
Sämtliche Einrichtungen in El Salvador blieben von den Auswirkungen des Wirbelsturms verschont, umso intensiver bemühen sich die SOS-Kinderdörfer um betroffene Nachbarn. Die SOS-Kinderdörfer in Santa Ana und Sonsonate haben für die Nachbargemeinden Essen zubereitet und Lebensmittel zusammengetragen, SOS-Jugendliche kümmern sich um Spenden, die in den beiden Dörfern gesammelt wurden.
Die beiden SOS-Kinderdörfer stehen auch in engem Kontakt mit den Notkomitees. Es sind aber nicht nur die schweren Regenfälle, die die Bevölkerung bedrohen, sondern auch der Vulkan Ilamatepec, der vor einem Ausbruch steht.
Das SOS-Kinderdorf in Sonsonate hat eine Halle zur provisorischen Unterbringung von Kindern zur Verfügung gestellt, die wegen Überschwemmungen aus einem Kinderheim des Salvadoran National Children's Institute evakuiert werden mussten. Auch das SOS-Kinderdorf in San Miguel könnte bei Bedarf Einrichtungen als temporäre Unterkünfte für obdachlose Familien zur Verfügung stellen. Im SOS-Kinderdorf in San Vicente wiederum sind die Kinder aktiv geworden. Sie starteten eine Aktion innerhalb des Dorfes und in der Nachbargemeinde, um für hilfsbedürftige Familien Lebensmittel, Trinkwasser und Kleidung zu sammeln.