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| Neue Familienhäuser in Inhambane - Foto: M. Langhans |
Wie in allen anderen SOS-Kinderdörfern weltweit werden auch die Kinder im SOS-Kinderdorf Inhambane mit ihren SOS-Geschwistern und ihrer SOS-Mutter als Familie zusammenleben. Kinder unterschiedlichen Alters werden von einer SOS-Kinderdorf-Mutter betreut, als ob sie ihre eigenen Kinder wären. Geschwister werden nicht getrennt und wachsen gemeinsam auf.
Kinder wie zum Beispiel die fünf Jahre alte Molina* bekommen in Inhambane ein neues Zuhause. Molinas Mutter starb, als sie noch sehr klein war. Während ihr Vater unterwegs war zum Fischen oder sich betrank, waren Molina und ihr älterer Bruder sich selbst überlassen und mussten sich alleine versorgen. Sobald sie gehen konnte, musste Molina Wasser holen gehen. Als Molinas Bruder an Malaria starb, war sie ganz alleine. Obwohl das Sozialamt über ihre Situation informiert war, konnte vor der Eröffnung des SOS-Kinderdorfes keine Unterstützung für Molina gefunden werden.
Alberto* kam am 3. Juni ins SOS-Kinderdorf. Er ist erst fünf Jahre alt und wirkt für sein Alter viel reifer. Seine Mutter kann wegen einer Behinderung nicht gehen, deshalb hatte sie Schwierigkeiten, sich um den kleinen Jungen zu kümmern. Die Familie lebte in Jangamo, einem Bezirk in der Provinz Inhambane, und hatte nicht genügend Geld für eine Unterstützung für Albertos Mutter. Bald nach Albertos Geburt ging der Vater nach Südafrika, um in den Minen zu arbeiten und für seine Familie den Unterhalt zu verdienen. Alberto und seine Mutter haben nie mehr von ihm gehört. Sie waren auf die Hilfe von Nachbarn angewiesen.
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| Foto: J. Dufty |
Die Gemeinde wurde auf die Situation von Alberto und seiner Mutter aufmerksam und kontaktierte das örtliche Sozialamt. Nach einer sorgfältigen Situationsanalyse gab die Mutter ihr Einverständnis und Alberto wurde in das SOS-Kinderdorf aufgenommen. Die Gemeinde unterstützt nun seine Mutter - die entlastet ist, weil sie weiß,, dass Alberto im SOS-Kinderdorf gut aufgehoben ist und dadurch mehr Möglichkeiten für sein späteres Leben hat.
Alberto scheint sich gut eingelebt zu haben in seine neue Umgebung. Er besucht den nahe gelegenen SOS-Kindergarten und sagt lächelnd: "Ich lerne viele neue Dinge wie Malen und Zeichnen." Er freut sich schon auf die "große Schule" im nächsten Jahr und weiß bereits, dass sie wie der Kindergarten nur einen kurzen Fußweg von seinem Familienhaus liegt. Zurzeit ist er noch intensiv damit beschäftigt, viele Freundschaften zu schließen und sich mit Sand und Wasser auszutoben.
Molina und Alberto sind zwei der Kinder, die jetzt im SOS-Kinderdorf leben und eine schwierige und schmerzvolle Vergangenheit hinter sich lassen, eine Zeit, in der ihre grundlegenden Rechte auf Schutz, Bildung und Gesundheit nicht gesichert waren.
Die liebevolle familiäre Umgebung im SOS-Kinderdorf, die Unterstützung der SOS-Mitarbeiter(innen) und das Angebot an Kindergärten und Schulen helfen den Kindern, sich gut zu entwickeln und unabhängige Erwachsene zu werden.
Die offizielle Eröffnung des SOS-Kinderdorfes in Inhambane wird am 13. Oktober 2008 im Beisein von SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin gefeiert.
*Namen von der Redaktion geändert.