Montagmorgen verschafften sich äthiopische Soldaten Zugang zur SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule auf dem Gelände des Kinderdorfes, indem sie eine Tür aufbrachen. Da Ferien sind, ist die Schule immer noch geschlossen. Aber selbst wenn sie geöffnet wäre: Die Schüler könnten den Unterricht aufgrund der nach wie vor prekären Sicherheitslage nicht besuchen.
Die Soldaten forderten, dass alle Eingänge von SOS-Sicherheitsleuten bewacht werden müssten, wobei die Soldaten jederzeit ungehinderten Zugang zu allen Einrichtung und Häusern verlangten. Sie fügten hinzu, dass sie die SOS-Familienhäuser ebenfalls inspizieren müssten. Die Regierungstruppen haben Wilhelm Huber, Regionalleiter von SOS-Kinderdorf für Ostafrika, bestätigt, dass die Sicherheit des SOS-Kinderdorfs höchste Priorität besitzt.
Innerhalb der nächsten zwei Tage werden die anderen Familien im Dorf zurück erwartet. Aufgrund der vielen Absperrungen und Kontrollposten ist der Zugang zum SOS-Kinderdorf nach wie vor schwierig. Für ein Fahrzeug wurde freies Geleit beantragt. Es soll die Kinder und SOS-Mütter, die während der Kämpfe in anderen Stadtteilen untergebracht waren, abholen und sicher in das SOS-Kinderdorf zurückbringen. Auch die Vorräte im Dorf müssen überprüft werden.
Die SOS-Klinik musste unterdessen aus Sicherheitsgründen wieder geschlossen werden. "Weder Patienten noch Personal haben derzeit Zutritt zu dem Gebäude", sagt Wilhelm Huber, der hofft, dass Ärzte und Pflegepersonal bald wieder ihre Arbeit aufnehmen können. "Tausende Kinder in Mogadischu und ihre Mütter brauchen dringend medizinische Hilfe", sagt Huber. "Viele lebten in den letzten Wochen unter Bäumen, ohne sanitäre Einrichtungen, dem Regen und den kalten Nächten ausgesetzt. Sie bekamen nur ein wenig Wasser und Essen. Jetzt kehren sie wieder zurück in ihre Häuser."