Der 20. November ist der Internationale Tag des Kindes. Erstmals 1954 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet, sollten alle Staaten dazu angeregt werden, einen Tag auszurufen, der einerseits im Zeichen des gegenseitigen Austauschs und Verständnisses zwischen den Kindern dieser Welt steht, und andererseits Maßnahmen zum Wohle der Kinder initiieren soll. Am 20. November jährt sich jener Tag, an dem 1959 die UN-Generalversammlung die Deklaration der Rechte des Kindes und 1989 die Konvention der Rechte des Kindes verabschiedete, die seither von 191 Staaten ratifiziert wurde.
Während der letzten zehn Jahre wurden einige Fortschritte bei der Verbesserung der Situation der Kinder gemacht. Laut UNICEF sind um 50 % weniger Kinder an Durchfallerkrankungen gestorben, hohe und nachhaltige Impfraten in den meisten Gegenden der Welt retten weiterhin Millionen von Kindern. Polio ist fast ausgerottet, und weltweit besuchen mehr Kinder als je zuvor die Schule.
Im Mai 2002 stand die Situation der Kinder dieser Welt aufgrund der UN-Sondersitzung für Kinder ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Diese Sondersitzung stellte einen Schritt vorwärts für Kinderrechte dar. Die Regierungen einigten sich auf 21 Ziele zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Kinder auf der ganzen Welt. Ziele, die den Schwerpunkt auf den Schutz der Kinder vor Missbrauch, Gewalt und Ausbeutung legen, also auf Themen, die beim Weltkindergipfel 1990 praktisch ignoriert worden waren. Durch nationale Aktionspläne werden die allgemeinen Richtlinien des Schlussdokumentes "A world fit for children" in nationale Prioritäten umgewandelt und in die nationalen Gesetzgebungen eingebunden werden.
Es gibt jedoch immer noch viel zu tun. Die Statistiken sprechen für sich: Mehr als zehn Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jedes Jahr an vermeidbaren Krankheiten, mehr als 13 Millionen Kinder unter 15 Jahren haben ihre Mütter oder beide Elternteile durch AIDS verloren, mehr als 100 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule (60 % davon sind Mädchen), geschätzte 300.000 Kindersoldaten kämpfen in Armeen und Milizen auf der ganzen Welt (UNICEF).
In diesem Zusammenhang ist die Arbeit von SOS-Kinderdorf weiterhin unerlässlich. SOS-Kinderdorf versucht Kindern, die sonst in außerordentlich schwierigen Verhältnissen aufwachsen würden, die Möglichkeit zu geben, die Rechte, die jedes Kind haben sollte, zu genießen: die liebevolle Fürsorge einer Familie, eine Ausbildung, Zugang zu medizinischer Versorgung und das Recht auf würde- und respektvolle Behandlung.
Daher ist der 20. November eine Gelegenheit, um das Leid von Millionen von Kindern weltweit in Erinnerung zu rufen und um zu betonen, dass es für jedes Land, jede Gemeinschaft und jeden Einzelnen absolut notwendig ist, Verantwortung zu übernehmen und im Namen der Kinder zu handeln. Der 20. November ist ein Tag, der den Kindern dieser Welt gehört. Er sollte allen Menschen ein Anliegen sein.