Hungerrevolten in Haiti 

14/04/2008 - In Haiti gibt es seit Tagen schwere Unruhen wegen der massiven Preissteigerungen vor allem bei Grundnahrungsmitteln. Als Vorsichtsmaßnahme wurde die SOS-Schule in der Hauptstadt Port-au-Prince vorübergehend geschlossen.
Foto: SOS-Archiv
Cap Haitien - Foto: SOS-Archiv
Haiti, das ärmste Land Lateinamerikas, ist von den explodierenden Lebensmittelpreisen besonders betroffen. Aus Protest gingen tausende Menschen auf die Straße, es kam auch zu gewalttätigen Ausschreitungen, denen bisher mindestens fünf Menschen zum Opfer fielen.


Aus Sicherheitsgründen wurden daher die SOS-Schule und das nationale Büro von SOS-Kinderdorf Haiti in der Hauptstadt Port-au-Prince vorübergehend geschlossen.

Weltweit steigen die Lebensmittelpreise, aber die gravierendsten Auswirkungen sind wohl in Haiti zu spüren, wo rund 80 % der Bevölkerung von weniger als zwei US-Dollar pro Tag leben müssen. Nur in Somalia und Afghanistan ist die Versorgungslage noch dramatischer.

Die einst produktive Landwirtschaft in Haiti wurde durch Erosion, massive Waldrodung, Überflutungen und Tropenstürme in den vergangenen Jahren immer mehr geschwächt. Die wenigen Bauern, die noch produzieren, müssen ihre Ernte häufig zu höheren Preisen anbieten als importierte US-amerikanische Produkte, die großzügig subventioniert sind.

Auch für SOS-Kinderdorf und andere Hilfsorganisationen bedeuten die steigenden Lebensmittelpreise eine Herausforderung, da einerseits die Unterhaltskosten für die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen teurer werden. Andererseits werden durch die Nahrungsmittelkrise bereits stark benachteiligte Familien zusätzlich belastet, was wiederum den Hilfsbedarf erhöht.

Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) warnte kürzlich vor weiteren Hungerrevolten und nannte dabei Länder wie Somalia, Sudan, die Demokratische Republik Kongo, Afghanistan, Simbabwe und die Philippinen.

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