Kinder und Mütter des SOS-Kinderdorfes in Mogadischu haben begonnen, in ihre Häuser zurückzukehren. Am Samstag kamen die ersten beiden Familien zurück, in den nächsten Tagen sollen ihnen weitere folgen. Vor einer Woche mussten alle Familien und Mitarbeiter wegen der schweren Gefechte rund um das SOS-Gelände evakuiert werden. Sie kamen vorübergehend bei Verwandten und Freunden in anderen Stadtteilen unter.
Am Mittwoch wurde die SOS-Klinik von Raketengeschoßen getroffen, ein Kliniktrakt wurde dabei zerstört. Am darauf folgenden Tag, als Truppen der Übergangsregierung gemeinsam mit äthiopischen Verbänden auf der Suche nach aufständischen Milizen immer näher rückten, wurde die Klinik geräumt. Die Soldaten durchsuchten das gesamte SOS-Areal und zogen dann friedlich ab, errichteten allerdings in unmittelbarer Nähe einen provisorischen Stützpunkt.
Am Donnerstag und Freitag kam es in der Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfes zu Plünderungen von Geschäften, das Dorf und die Klinik blieben dabei glücklicherweise verschont. Nach Abzug der Truppen am Sonntagabend übernahm schließlich die örtliche Polizei die Kontrolle über das Viertel, in dem sich die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen befinden.
In den vergangenen zwei Tagen wurde die SOS-Klinik aufgeräumt und gereinigt. Teilweise konnte die Mutter-Kind-Klinik ihre Arbeit wieder aufnehmen, gestern brachte eine Frau auf der Geburtenstation ein gesundes Kind zur Welt.
Ahmed Ibrahim, Leiter von SOS-Kinderdorf in Somalia, hofft, dass das gesamte medizinische Personal in Kürze zur Verfügung stehen wird und die SOS-Klinik wieder ihren Normalbetrieb aufnehmen kann. Es gibt relativ geringe Schäden an der medizinischen Ausstattung, das SOS-Kinderdorf selbst blieb unbeschädigt, nur bei einigen Gebäuden für Lehrpersonen der Schule und am Fußballplatz haben Raketeneinschläge Spuren hinterlassen.
Wenn alles nach Plan läuft, so Ahmed Ibrahim, sollten bis Dienstagabend alle Familien wieder in ihre Häuser zurückgekehrt sein.