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| 28 unbegleitete Kinder sind bis jetzt in der Betreuung von SOS-Kinderdorf - Foto: Georg Willeit |
Die Aufnahme von unbegleiteten Kindern am Standort des SOS-Kinderdorfs in Santo läuft, zurzeit sind 28 Kinder, deren Familiensituation ungeklärt ist, in direkter Betreuung von SOS-Kinderdorf, täglich kommen weitere hinzu. Der Großteil der Kinder leidet an massiven posttraumatischen Störungen und muss psychologisch betreut werden. Gemeinsam mit UNICEF und dem Direktor der haitianischen Wohlfahrtsbehörde wurde gestern nach einer Besichtigung vor Ort beschlossen, die Aufnahmekapazität für unbegleitete Kinder in provisorischen Unterkünften vorerst auf 200 - 300 zu beschränken. UNICEF wird SOS-Kinderdorf mit Zelten, Nahrungsmitteln und der Einrichtung einer Großküche unterstützen. Der Wohlfahrtsbehörde wurden in der SOS-Schule zwei Klassenräume zur Verfügung gestellt, da das Amtsgebäude beim Erdbeben völlig zerstört wurde. Noch gibt es keinen offiziellen Bescheid des Unterrichtsministeriums, wann die Schulen, von denen zahllose zerstört worden sind, und in welcher Form wieder ihren Betrieb aufnehmen werden.
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| Essenausgabe an mehr als 300 Kinder - Foto: Georg Willeit |
Das internationale Hilfsteam von SOS-Kinderdorf identifiziert gemeinsam mit den haitianischen Mitarbeitern der SOS-Familienprogramme immer mehr Gemeinden, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. Gemeinsam mit Gemeindevorstehern konnte gestern an vier verschiedenen Standorten an mehr als 300 Kinder Essen ausgegeben werden. Georg Willeit vom internationalen SOS-Team berichtet: "Das ist der Start einer Reihe weiterer Familienhilfsprogramme, weil der Bedarf so enorm groß ist. Heute werden wir voraussichtlich weitere 500 Kinder mit Nahrung versorgen. Die Gemeindevorsteher haben die Ankunft unserer Mitarbeiter großartig vorbereitet, die Menschen haben schon auf uns gewartet, aber es gab überhaupt keine Sicherheitsprobleme bei der Essensausgabe. Die Kinder waren so glücklich, dass sie nach dem Essen sogar getanzt und gesungen haben."
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| Erleichterung bei den Kindern nach der warmen Mahlzeit - Foto: Georg Willeit |
Zu den 16 bestehenden Gemeindezentren, die SOS-Kinderdorf bereits vor der Katastrophe unter aktiver Partizipation der Familien geführt hat und die nun wieder ihren Betrieb aufgenommen haben zur Unterstützung der vielen schwer betroffenen Familien, kommen nun weitere Zentren hinzu. Insgesamt plant SOS-Kinderdorf, in den kommenden Tagen und Wochen über diese Zentren rund 7.000 Kinder und Erwachsene zu erreichen. Kinderbetreuung, Versorgung mit Nahrungsmitteln, mit Hygieneartikeln und Küchengeräten sowie medizinische Betreuung stehen dabei im Vordergrund, Wiederaufbauhilfe wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Parallel zu diesen Hilfsprogrammen muss SOS-Kinderdorf auch sicher stellen, dass die Familien im SOS-Kinderdorf selbst und auch die Mitarbeiter und ihre Familien, die teilweise ihre Häuser und Familienangehörige verloren haben, versorgt sind. Auch an sie wurden gestern Lebensmittelpakete ausgegeben.
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| Gemeinsames Spielen von Kindern und SOS-Mitarbeitern nach der Essensausgabe - Foto: Georg Willeit |
Die Versorgung von tausenden weiteren Menschen mit Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Hilfsgütern ist in Planung, wichtige logistische Maßnahmen müssen noch abgeklärt werden, z.B. in welchen Stadtvierteln kann SOS-Kinderdorf aktiv werden, wo werden Hilfsgüter gelagert und wie werden die Transporte aus der Dominikanischen Republik abgewickelt.
Eine Kooperation gibt es auch mit dem Roten Kreuz aus der Dominikanischen Republik, das auf dem Kinderdorfgelände ein Zelt für zwei Ärzte errichten wird, die medizinische Basisversorgung durchführen werden; in einem weiteren Zelt des Roten Kreuzes soll Platz für 50 Menschen sein. Zusätzlich hat das Rote Kreuz Lebensmittel, Hygieneartikel und Wasser angeboten sowie technische Unterstützung bei der Reparatur der defekten Wasserpumpe im SOS-Kinderdorf, das seit zwei Tagen kein Wasser hat.

An Familien werden Lebensmittelpakete
ausgegeben - Foto: Georg Willeit