
Den Auftakt bildete ein Pressefrühstück, an dem neben SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin und Vizepräsidentin Barbara François auch Generalsekretär Richard Pichler sowie die beiden Regionalleiter Wilhelm Huber - verantwortlich für die Region Ostafrika - und Sebastian Corti, zuständig für den Mittleren Osten, teilnahmen.
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| Pressekonferenz als Auftaktveranstaltung zur Generalversammlung 2008 - Foto: SOS-Archiv |
Helmut Kutin machte sich gleich zu Beginn des Treffens mit den Pressevertreter(inne)n für ein Anliegen stark: das Recht auf Kindheit. "Eine unbeschwerte Kindheit erleben zu dürfen ist für viele Kinder keine Selbstverständlichkeit, vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Nahrungsmittelpreise, die ja die ärmsten Länder viel stärker betreffen als uns hier in Mitteleuropa. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Kinder nicht mehr zur Schule gehen können, weil das Schulgeld für den Kauf von Nahrungsmitteln gebraucht wird." Die Mittel für das internationale Engagement von SOS-Kinderdorf aufzubringen, ist somit eine ständige Herausforderung. Barbara François, die auch dem belgischen Mittelaufbringungsverein vorsteht, dazu: "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2016 eine Million SOS-Kinderdorf-Freunde zu gewinnen. Auch wenn das vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage nicht einfach sein wird, sind wir, die 18 SOS-Fördervereine in Europa und Nordamerika, zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Die Menschen verstehen unser Anliegen."
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| Kinder haben bei der Eröffnungsfeier getanzt und gesungen. Mit dem Lied "Here I am" sind sie lautstark und ausdrucksstark für ihr Recht auf Kindsein eingetreten…unter Standing Ovations der Delegierten - Foto: SOS-Archiv |
Auf die schwierigen Bedingungen für die SOS-Kinderdorf-Arbeit gehen auch Wilhelm Huber und Sebastian Corti ein. Wilhelm Huber berichtet über die unverändert anarchischen Zustände in Somalia: "Nach einigen Phasen der Hoffnung ist die Situation im Moment wieder besonders schlimm. Die Menschen sind verzagt, fühlen sich allein gelassen, vor allem da viele NGOs - im Gegensatz zu SOS-Kinderdorf - nur für kurze Zeit im Land sind." SOS-Kinderdorf ist seit 1985 in Somalia aktiv, und vor allem die SOS-Klinik ist eine wichtige Anlaufstelle für die Menschen.
Das gilt auch für die psychosozialen Programme im Westjordanland. Vor vier Jahren hat SOS-Kinderdorf begonnen, therapeutische und beratende Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, die sich Schritt für Schritt weiterentwickelt haben. Auch im Gazastreifen ist SOS-Kinderdorf aktiv, mit so genannten "Familienstärkungsprogrammen". Diese Programme haben zum Ziel, die Familien zu schützen und zu stärken, um so zu verhindern, dass Kinder sich selbst überlassen bleiben oder fremd untergebracht werden müssen. Trotz aller Schwierigkeiten - oder vielleicht auch deswegen - gibt es, so Sebastian Corti, enormen Zusammenhalt zwischen den Menschen: "Der Gegensatz könnte nicht größer sein: Man fährt durch eine desolate Landschaft, die aussieht wie ausgebombt, und erlebt im SOS-Kinderdorf so viel gegenseitiges Stützen, Liebe und Hoffnung. Das gibt Kraft für die Arbeit."
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| Im Plenum mit Vertreter(inne)n aus 126 Ländern wurden die Weichen für die nächsten Jahre gestellt - Foto: SOS-Archiv |
Generalsekretär Richard Pichler erläutert in seinem Statement ausführlicher die Idee der Familienstärkungs-programme. Sie sind eine Ergänzung zu den SOS-Kinderdörfern, eine Unterstützung für Familien, die Gefahr laufen, zu verarmen. Um zu verhindern, dass diese Familien zerfallen, die Kinder auf der Straße landen oder in Einrichtungen wie SOS-Kinderdorf untergebracht werden, wird mit diesen Familienstärkungsprogrammen präventiv gearbeitet. In Zukunft will SOS-Kinderdorf noch mehr Verantwortung übernehmen, um bis zum Jahr 2016 einer Million Kinder zu ermöglichen, in einer liebevollen Familie aufzuwachsen - sei es im SOS-Kinderdorf oder in der eigenen Familie.
Während der Generalversammlung selbst standen vor allem zwei inhaltliche Themen im Vordergrund: die Strategien für die zukünftige Arbeit von 2009 bis 2016 und Kinderschutz und Kinderrechte. Auf der Generalversammlung wurde die Verpflichtung von SOS-Kinderdorf zum kompromisslosen Kinderschutz und zum Engagement für Kinderrechte in der eigenen Arbeit sowie durch Lobbying mit externen Partnern nochmals bekräftigt.
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| Prinzessin Salimah Aga Khan, internationale Botschafterin von SOS-Kinderdorf, war Ehrengast bei der Generalversammlung - Foto: SOS-Archiv |
Darüber hinaus wurde SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin in seinem Amt bestätigt und weitere Personen in Funktionen gewählt, wie etwa Margaret Nkrumah aus Ghana, die Helmut Kutin als Vizepräsidentin zur Seite stehen wird.
Neben diesen offiziellen Programmpunkten blieb aber auch Zeit, die bunte Vielfalt der internationalen Organisation zu feiern: Insbesondere die Eröffnungszeremonie am 3. Juli, zu der die meisten der Delegierten in ihrer nationalen Tracht erschienen, geriet zu einem Fest der Kulturen - und zu einem Symbol für Völkerverständigung und Solidarität in Hinblick auf ein gemeinsames Ziel: Für jedes Kind ein liebevolles Zuhause.