 In vielen SOS-Kinderdörfern stand der September 2001 ganz im Zeichen des Friedens - Foto: SOS-Archiv |
Im Jahr 2001 betrat SOS-Kinderdorf wieder neues Terrain: mehr als 50 neue SOS-Kinderdorf-Einrichtungen auf vier Kontinenten konnten für die Schwächsten der Gesellschaft geöffnet werden. Hier nur eine Auswahl: In das zweite palästinensische SOS-Kinderdorf in Rafah im Gaza-Streifen konnten trotz der Verschärfung des Konfliktes zwischen Palästinensern und Israelis die ersten Kinder einziehen. Unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge finden im neuen Übergangsheim in Salzburg (Österreich) eine temporäre Unterkunft und Unterstützung. Familien, die bis vor kurzem keinen oder nur unzureichend Zugang zu medizinischer Versorgung hatten, erhalten nun im SOS-medizinischen Zentrum in Umtata (Südafrika) die dringend benötigte Hilfe.
Gute Fortschritte gab es beim Bau des SOS-Sozialzentrums in Pristina (Kosovo), das nach seiner Fertigstellung als Übergangsheim für verwaiste Babies fungieren wird. Fünfzehn Babies im Alter von sechs bis 18 Monaten werden bereits in angemieteten Räumlichkeiten betreut, bis das Sozialzentrum bezugsfertig ist.
Als Antwort auf die rapid steigende Zahl der an HIV/AIDS erkrankten Menschen intensivierte SOS-Kinderdorf seine Arbeit im Kampf gegen die Krankheit, besonders im südlichen Afrika, der weltweit am stärksten betroffenen Region. Präventivmaßnahmen und Hilfe für betroffene Familien in Angola, Botswana, Lesotho, Malawi, Mali, Namibia, Südafrika, Swasiland und Simbabwe wurden verstärkt fortgesetzt.
Eine Reihe von Nachbarschaftshilfsprogrammen wurde entwickelt, so zum Beispiel in Form von Besuchen von Sozialarbeitern und Freiwilligen bei Familien, für deren Unterhalt Kinder oder Großeltern sorgen müssen. Hilfestellung wird bei der Wohnungssuche angeboten, Kleidung, Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung und die Bezahlung von Schulgebühren werden bereitgestellt.
Neue Nothilfeprogramme wurden gestartet, um sowohl Sofort- als auch Langzeithilfe zu leisten: für afghanische Flüchtlinge an der Grenze zu Pakistan, für Flut- und Kriegsopfer in Angola, für Familien und Kinder in Burundi, die durch den Krieg heimatlos geworden sind, und für Erdbebenopfer in El Salvador und Indien.
An vielen Orten wurden SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter, Kinder, Jugendliche und Mütter sofort aktiv, sammelten und verteilten Hilfsgüter wie Lebensmittel, Medikamente und Baumaterial für ihre Nachbarn in Not. Größere Hilfsprojekte wurden in Zusammenarbeit mit den Regierungen, mit UN-Organisationen und anderen NGOs in Pakistan, Indien, El Salvador und Indien durchgeführt.
SOS-Kinderdorf und Play Soccer schlossen sich mit anderen NGOs zusammen, um die "Global Peace Games for children and youths" (Friedensspiele für Kinder und Jugendliche) zu organisieren. SOS-Kinderdörfer auf der ganzen Welt waren die Gastgeber und Austragungsorte von freundschaftlichen Fußballspielen und kulturellen Veranstaltungen. Diese Global Peace Games sollten die zentrale Stellung der Kinder und Jugendlichen in der Schaffung einer Kultur des Friedens im täglichen Leben, in ihren Familien, Gemeinden und Ländern unterstreichen.
In Finnland wurde SOS-Kinderdorf zum offiziellen sozialen Partner der Nordischen Schiweltmeisterschaft, die im Februar in Lahti stattgefunden hat, ernannt.
Das SOS-Kinderdorf und der Kindergarten in Aqaba im südlichen Jordanien erhielten im November gemeinsam mit neun anderen Projekten den prestigeträchtigen "Aga Khan Award for Architecture".
2001 feierte die Hermann-Gmeiner-Akademie ihr 20-jähriges Bestehen und den Start des Projektes "Tracking Footprints". Mit dieser neuen internationalen Studie über die Lebensläufe von ehemaligen SOS-Kinderdorf-Kindern soll die Effektivität der pädagogischen Arbeit von SOS-Kinderdorf evaluiert werden. Auf einer der vielen für SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter organisierten Tagungen, "Living the Spirit", wurden Notwendigkeiten, Entwicklungen und die Position von SOS-Kinderdorf im Kontext der europäischen Kinder- und Jugendfürsorge diskutiert und beleuchtet.