Vor 60 Jahren gründete Hermann Gmeiner die SOS-Kinderdörfer. Er selbst wäre heuer - am 23. Juni - 90 Jahre alt geworden. Am 90. Geburtstag Hermann Gmeiners - am Dienstag, dem 23. Juni, um 22.30 Uhr in ORF 2 - präsentiert Doris Appel in kreuz und quer "Die Hermann Gmeiner Story". Regisseur dieser Koproduktion von ORF und Degn Film ist Peter Beringer, der gemeinsam mit Claudio Honsal auch das Buch zur Sendung verfasste.
"Die Hermann Gmeiner Story" - Eine Dokumentation von Peter Beringer
 |
Hermann Gmeiner in Chile Foto: SOS-Archiv |
Wer war Hermann Gmeiner? Wie kam es zum Aufbau einer der größten privat geführten Sozialorganisationen der Welt? Peter Beringer begibt sich in Österreich, Asien und Afrika auf Spurensuche, trifft Weggefährten und die ersten "Kinder" Gmeiners und spricht auch mit heutigen Mitarbeitern, Kindern und Kinderdorf-Müttern. Der Film konzentriert sich nicht allein auf die historische Figur Hermann Gmeiners, sondern macht die Wirklichkeit der Kinderdorf-Idee durch die persönliche Erfahrung dieser Menschen erfahrbar. Die Stationen in Österreich, in Kambodscha, in Togo und Ghana zeigen zahlreiche Facetten der heutigen Arbeit von SOS-Kinderdorf und lassen gleichzeitig immer neue Facetten der Person hinter dem Werk hervortreten. So entsteht ein Porträt eines komplexen, energischen, genial ideenreichen Menschen, der in seiner Arbeit aufging, der selbst als Mensch aber am Ende auf fast tragische Weise hinter diesem Werk verschwunden ist.
In diesem Jahr sind es 500 SOS-Kinderdörfer, beheimatet in 132 Ländern der Welt. Knapp 60.000 Kinder wachsen in SOS-Kinderdörfern auf, durch viele weitere Sozialprogramme, Kindergärten, Schulen, medizinische Zentren und Nothilfeprogramme erreicht SOS-Kinderdorf heute mehr als 1,2 Million Menschen, vor allem Kinder und Mütter. Das SOS-Kinderdorf ist eine Erfolgsgeschichte - und ist es immer noch, trotz einer vielerorts völlig veränderten Ausgangslage. Kriegswaisen zum Beispiel gibt es in Österreich nicht mehr. In Europa sind die Kinderdörfer meist Anlaufstation für Opfer desolater sozialer Verhältnisse. "Der Krieg findet nun in den Familien statt“, bemerkte Gmeiner gegen Ende seines Lebens. Der Film nutzt sehr gut erhaltenes Material, das Gmeiner auf seinen Reisen um den Globus drehen ließ, und beobachtet, wie die Nachfahren Gmeiners innerhalb der nun weltumspannenden Organisation die SOS-Kinderdorf-Idee am Leben halten.
(Text ORF)