09/08/2007 - Nach schweren Kämpfen in der vergangenen Nacht herrscht in der Umgebung des SOS-Kinderdorf-Geländes Hochspannung.
Gestern errichteten Regierungssoldaten nur 300 Meter vom SOS-Kinderdorf entfernt einen Stützpunkt, um nach Aufständischen, die sich in der Gegend versteckt halten sollen, zu suchen. Die Truppen sperrten alle Straßen zum SOS-Kinderdorf und zur SOS-Klinik ab und entwaffneten das Sicherheitspersonal. Die Klinik - mit Gynäkologie und Kinderstation, wo Frauen und Kinder kostenlos behandelt werden - kann zwar ihren Betrieb weiterführen, es können aber keine neuen Patienten aufgenommen werden.
Nahe dem SOS-Kinderdorf-Gelände kam es dann in der vergangenen Nacht zu Gefechten. Im SOS-Kinderdorf und in der Klinik wurde niemand verletzt, die Schule und der Kindergarten sind ferienbedingt geschlossen. Ahmed Ibrahim, der Leiter von SOS-Kinderdorf Somalia, sagt, Regierungsvertreter sprechen von einer begrenzten Militäraktion. Es gäbe derzeit keinen Grund zur Evakuierung der Projekte, aber alles sei offen, so Ahmed Ibrahim.
Die Kämpfe der vergangenen Nacht waren die ersten seit den schweren Auseinandersetzungen im April dieses Jahres, als sämtliche SOS-Einrichtungen für eine Woche geschlossen und Kinder und Mitarbeiter(innen) vorübergehend evakuiert werden mussten.