Das Gebiet rund um das SOS-Kinderdorf in Malakal im Süden des Sudan ist zurzeit Schauplatz von schweren bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Rebellengruppen. Ali Mahdi, Direktor von SOS-Kinderdorf im Sudan, berichtet, dass das SOS-Kinderdorf zwar nicht direktes Angriffsziel ist, aber nahe beim umkämpften Flughafen der Stadt liegt. Es gibt Befürchtungen, dass sich möglicherweise Kämpfer ins SOS-Kinderdorf flüchten könnten, was die Sicherheitslage für Kinder und Mitarbeiter im Dorf dramatisch verschlechtern würde.
Auch wenn die Situation in Malakal besorgniserregend ist, ist eine Evakuierung des SOS-Kinderdorfes nicht machbar. Bei einer Reise nach Khartum könnte die Sicherheit der Kinder nicht gewährleistet werden. Derzeit hat das SOS-Kinderdorf noch genügend Lebensmittelvorräte, aber "die Verschlechterung der Lage in Malakal trifft alle Lebensbereiche - Märkte, Geschäfte, Schulen. Die Behörden haben ihre Büros geschlossen, das bedeutet, dass Lieferungen nach Malakal sehr schwierig zu bewerkstelligen sind", so Ali Mahdi. "Wir haben Lebensmittel in das SOS-Kinderdorf gebracht und Geld überwiesen, aber wir wissen nicht, wie sich die Situation entwickeln wird."
SOS-Kinderdorf Sudan wird der lokalen Gemeinde mit dem Nötigsten helfen, vor allem werden Medikamente gegen Cholera ausgegeben, das Kinderkrankenhaus in Malakal wird Notfallpakete erhalten. Im Einzugsgebiet der Stadt gibt es bereits ein SOS-Nothilfeprogramm, voraussichtlich wird es aufgrund des neuen Konflikts erweitert.

Buben aus dem Flüchtlingscamp in Abu Shok - Foto: L. El-Elaimy
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In der Krisenregion Darfur hat sich die Situation in den vergangenen Wochen ebenfalls verschlechtert. SOS-Kinderdorf führt zurzeit im Flüchtlingscamp Abu Shok nahe der Provinzhauptstadt Al-Fashir ein Nothilfeprogramm durch. Drei psychosoziale Zentren innerhalb des Camps bieten Beratung und Therapie für Kinder und Familien und Ausbildungskurse für Frauen. Ali Mahdi zeigt sich vorsichtig optimistisch, was die Arbeit von SOS-Kinderdorf betrifft, auch wenn die Lage in Darfur trostlos ist: "Es ist wichtig, dass wir dort unsere Projekte fortsetzen."
Wegen der jüngsten Übergriffe in Al-Fashir haben die Psycholog(inn)en und Sozialarbeiter(innen) von SOS-Kinderdorf ihre Gästeunterkunft in der Stadt verlassen und wurden bei Kollegen aus der Umgebung untergebracht. Die Kommunikation zwischen dem SOS-Kinderdorf-Büro in Khartum und den Mitarbeiter(inne)n in Abu Shok ist sehr schwierig, am Abend wird im Flüchtlingscamp eine Ausgangssperre verhängt, weil es zu gefährlich ist, das Lager zu verlassen.