 |
| Im neuen SOS-Kinderdorf in Rustenburg ist viel Platz zum Spielen mit Freunden - Foto: SOS-Archiv |
Als Südafrika den Zuschlag bekam für die Ausrichtung der FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010, sollte es nicht mehr allzu lange dauern bis zum Startschuss für den Bau eines neuen Zuhauses für 100 verwaiste und verlassene Kinder in der North West-Provinz des Landes. Die gemeinsame Kampagne des Weltfußballverbandes FIFA und SOS-Kinderdorf anlässlich der WM in Deutschland 2006 unter dem Motto "6 Dörfer für 2006" wurde 2004 ausgerufen mit dem Ziel, bis zum Anpfiff in Deutschland Spenden für den Bau von sechs neuen SOS-Kinderdörfern zu sammeln - und es gelang! Rustenburg in Südafrika ist einer der sechs Standorte für die neuen Projekte.
Danny Jordaan, Generalsekretär des Organisationskomitees für die erste Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden, betont den hohen Symbolcharakter der gemeinsamen Initiative von FIFA und SOS-Kinderdorf: "Deutschland hat den Slogan 'A time to make friends' auf sehr innovative Weise verwirklicht. Das SOS-Kinderdorf in Rustenburg ist ein erster Schritt für ein anderes Afrika nach 2010."
Eine Bedarfsanalyse hatte ergeben, dass die North West-Provinz zu den ärmsten Regionen von Südafrika gehört mit einer hohen Zahl von verwaisten und besonders benachteiligten Kindern. Ganz besonders trifft dies auf die Umgebung von Rustenburg zu. Zehn Familienhäuser wurden im Stil der Nachbarhäuser errichtet, es gibt keine Zäune oder Mauern, die das SOS-Kinderdorf abgrenzen. Kerileng Mushi, die Dorfleiterin von Rustenburg, berichtet, dass "mittlerweile 33 Kinder im SOS-Kinderdorf aufgenommen worden sind. Bis Ende 2008 werden es weitere 32 sein." Sie erklärt weiter, dass die Konzeption des SOS-Kinderdorfes in Rustenburg einen lebendigen Austausch mit der Gemeinde fördere, "das gilt vor allem für das gemeinsame Spielen von Kindern aus den SOS-Familien mit den Kindern aus der Nachbarschaft".
 |
| Lucas Radebe, ehemaliger Fußballstar und nach wie vor eines der großen Sportidole von Südafrika, unterstützte das Projekt in Rustenburg von Beginn an tatkräftig mit- Foto: Ab Sebetha - eimage.co.za |
Bei der Grundsteinlegung im Juli 2005 sprach die Ministerpräsidentin der North West-Provinz, Edna Molewa, wie wichtig eine Einrichtung wie das SOS-Kinderdorf sei: "Es werden sicherlich sehr viele von diesem SOS-Kinderdorf und den Sozialleistungen profitieren können. Wir zählen in der North West-Provinz schon mehr als 180.000 Kinder, die entweder einen oder beide Elternteile verloren haben." Mit den unverändert hohen HIV/AIDS-Infektionsraten wird diese Zahl in den vergangenen drei Jahren sicherlich weiter angestiegen sein. In Rustenburg hat SOS-Kinderdorf deshalb auch Familienförderprogramme etabliert, die maßgeschneidert auf die Situation der Gemeinde besonders benachteiligte Familien stärken sollen; eine der Hauptzielgruppen sind dabei von HIV/AIDS betroffene Familien.
Zur offiziellen Eröffnung der Projekte in Rustenburg am 24. September, dem so genannten Heritage Day, werden auch Vertreter der FIFA erwartet.