
Foto: F. Espinoza
|
Seit Oktober 2003 ist das SOS-Kinderdorf in Ipiales im Departement Nariño im Süden Kolumbiens in Betrieb. Ipiales, eine rund 100.000 Einwohner zählende Stadt an der Grenze zu Ecuador, liegt in einer von Armut, hoher Arbeitslosigkeit und Kriminalität geprägten Agrarregion. Einer der Gründe für die schlechte Wirtschafts- und Soziallage ist der jahrzehntelang anhaltende Bürgerkrieg, der viele Menschen vom Land in die Städte treibt, wo sie zumeist in tristen Randbezirken stranden.
Mangelnde Infrastruktur, fehlende Unterstützung und Resignation angesichts unerfüllter Hoffnungen führen in vielen Familien zu Alkoholismus und Gewalt. In der Folge werden Kinder vernachlässigt und unzureichend versorgt, im schlimmsten Fall können sie nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie bleiben.
Für insgesamt 120 Kinder, die ein neues Zuhause brauchen, hat das SOS-Kinderdorf Ipiales Platz. Präsident Kutin wird nun am 9. September gemeinsam mit Vertretern der Stadt und von SOS-Kinderdorf das jüngste Projekt in Kolumbien offiziell eröffnen. Das SOS-Sozialzentrum, seit April 2005 in Betrieb, wird ebenfalls eingeweiht. In diesem Zentrum ist eine Kindertagesstätte für bis zu 420 Kinder untergebracht, auch Säuglinge können betreut werden. Zusätzlich werden die Kinder regelmäßig von einem Kinderarzt und einem Zahnarzt medizinisch abgeklärt und bei Bedarf behandelt.
Insgesamt 100 Mütter können im neuen SOS-Sozialzentrum Beratung in Anspruch nehmen und verschiedene Weiterbildungskurse belegen, die ihnen zu mehr Selbstbestimmung und besseren Chancen am Arbeitsmarkt verhelfen sollen.