Nach langjährigen Verhandlungen konnte mit der Regierung des Tschad ein Abkommen getroffen werden, das den Beginn des sozialen Engagements von SOS-Kinderdorf im Land ermöglicht. Die Grundsteinlegung für das in einem Vorort der Hauptstadt N'Djamena gelegene Dorf wird durch Staatspräsident Idriss Déby in einem offiziellen Festakt erfolgen. Ein Kindergarten, eine Grundschule und ein medizinisches Zentrum sind ebenfalls geplant.
Bürgerkrieg und Dürre führten dazu, dass das im nördlichen Zentralafrika gelegene Land zu den zehn ärmsten der Welt gehört. Die Lebenssituation Tausender Kinder im Tschad ist mehr als prekär. Sie mussten Kriegsdienste leisten, wurden und werden zur Minensuche eingesetzt, zahllose Kinder sind Waisen, viele leben auf der Straße. Ist die schulische Infrastruktur generell sehr dürftig, so haben Mädchen, die traditionsgemäß bereits in jungen Jahren verheiratet werden, gegenüber Buben noch geringere Bildungschancen.
Im SOS-Kinderdorf, das aus zwölf Familienhäusern bestehen wird, können 120 Kinder, die in einer akuten Notlage sind, langfristig aufgenommen werden. Mit der Fertigstellung wird im Jahr 2005 gerechnet. Durch die schulischen Einrichtungen, in denen Mädchen gleichberechtigt unterrichtet werden, und im medizinischen Zentrum können zusätzlich zahlreiche Kinder und Familien unterstützt werden.
Ein aktueller Bericht anlässlich der Grundsteinlegung wird folgen.