Talentförderung in Theorie und Praxis
Der Einsatz der FIFA für die SOS-Kinderdörfer geht auf eine Initiative ihres damaligen Präsidenten João Havelange zurück. 1994 wurde SOS-Kinderdorf zum Hauptbegünstigten des FIFA-Jugendfonds ernannt, ein Jahr darauf besiegelten Havelange und SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin die Partnerschaft offiziell und gaben die gemeinsamen Pläne der Öffentlichkeit bekannt:
"Der FIFA-Jugendfonds soll den Kindern der ganzen Welt eine engere Beziehung zum Fußball vermitteln. Ein zentrales Element dieses Fonds ist die Zusammenarbeit der FIFA mit den SOS-Kinderdörfern." (João Havelange)
"Gemeinsam werden wir dieses Modell einer ehrlichen Partnerschaft zwischen Sport und besonderer sozialer Verantwortung für Kinder hinaustragen in alle Welt." (Helmut Kutin)
Auch der jetzige FIFA-Präsident Joseph S. Blatter begrüßt die Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene als "eine der deutlichsten Demonstrationen für die soziale Verantwortung des Fußballs. SOS-Kinderdorf ist ein großartiger Partner, und die Partnerschaft ist einer der erfreulichsten Aspekte der FIFA-Arbeit."

Lucas Radebe zählt zu den engagiertesten Botschaftern - Foto: SOS-Archiv
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Viele internationale Aktivitäten und Events werden jährlich von den beiden Dachverbänden organisiert. Neben zahlreichen anderen Ereignissen waren die besonderen Highlights von 2000/2001 das Benefizspiel zwischen dem damaligen Weltmeister Frankreich und einer FIFA-Weltauswahl in Marseille vor 60.000 Zuschauern sowie die FIFA-Weltfußballer-Gala in Rom. In den einzelnen Ländern sind die jeweiligen nationalen Fußballverbände und SOS-Kinderdorf-Vereine für die Durchführung verschiedenster Aktivitäten verantwortlich.
Über 70 internationale Fußballstars wie Christian Vieri, Lucas Radebe oder George Weah haben sich bereit erklärt, die Rolle eines offiziellen Botschafters für die "FIFA für SOS-Kinderdörfer"-Partnerschaft zu übernehmen. Sie verleihen dem gemeinsamen Anliegen sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene Gewicht und wirken aktiv bei unterschiedlichen Initiativen mit. Für die Kinder ist es jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis, ihre Idole höchstpersönlich zu treffen und mit ihnen gemeinsam Fußball zu spielen!
Zusätzlich leistet die FIFA zur Errichtung von Sportplätzen für SOS-Kinderdörfer finanzielle Unterstützung und führt für Kinder und Jugendliche Trainingsprogramme durch. Die FIFA-Trainingsprogramme (FUTURO II und Olympic Solidarity-Kurse) bilden für die Kinder und Jugendlichen eine sinnvolle Möglichkeit zur Talentförderung.

Ein kommender Star aus Guinea? - Foto: SOS-Archiv
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Talentförderung in Theorie und Praxis
"Die Kinder an ihren Stärken wachsen lassen" ist ein Leitgedanke in der SOS-Kinderdorf-Arbeit. Wenn sie ihre Talente ausleben können, gewinnen junge Menschen Selbstvertrauen. Das erleichtert es ihnen, auch ihre Schwächen zu akzeptieren und an ihnen zu arbeiten. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, seine Ziele zu erreichen. Seine Interessen zu wecken und durch eine entsprechende Ausbildung zu fördern, bedeutet, ihm die eigenen Fähigkeiten bewusst zu machen.
Dazu forciert SOS-Kinderdorf ein breites Angebot an Aktivitäten. Bei Sport und Spiel und beim kreativen Gestalten, in der Schule und in der Familie ist die frühe Förderung der Kinder ein zentrales Anliegen. Die Verbindung von Sport und sozialer Kompetenz, die in der Partnerschaft von FIFA und SOS-Kinderdorf zum Ausdruck kommt, bietet eine gute Basis für Talentsuche und Begabtenförderung. Auch der Profifußball legt großes Augenmerk auf den Nachwuchsbereich, damit Jugendliche zu Zukunftsträgern dieses Sports im Sinne von Fairness, Zielstrebigkeit und Teamwork werden.
Einen wesentlichen Beitrag für die Talentförderung leistet die FIFA, indem mit von ihr zur Verfügung gestellten Mitteln vor allem in armen Ländern dringend benötigte Sportplätze gebaut werden. Diese Sportplätze entstehen in oder in der Nähe von SOS-Kinderdörfern. Sie bieten den Kindern sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Fußballtalente finden ausgezeichnete Trainingsmöglichkeiten für ihren Lieblingssport vor.

Fußball, ein universaler Sport - Foto: A. Hinton
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Einen weiteren wichtigen Beitrag leisten die Fortbildungsprogramme der FIFA sowie die Olympic Solidarity-Kurse. Bei diesen Kursen für Trainer, Schiedsrichter, Sportmediziner und Funktionäre trainieren die FIFA-Ausbildner auch mit Kindern und Jugendlichen aus der Umgebung der SOS-Kinderdörfer. Der FIFA -Sponsor Adidas versorgt die beteiligten SOS-Kinderdörfer mit Ausrüstungsmaterial.
Die Besuche der Experten sind nicht nur ein tolles Erlebnis für die Fußballtalente, sondern auch Initialzündungen für Kontakte zwischen den Fußballverbänden und den SOS-Kinderdorf-Vereinen im jeweiligen Land.