Was ist ein SOS-Kinderdorf?Was ist ein SOS-Nothilfeprogramm?Warum spielt SOS-Kinderdorf keine größere Rolle in der Nothilfe?Wie reagiert SOS-Kinderdorf auf die AIDS-Problematik?Gibt es eigene AIDS-Programme von SOS-Kinderdorf?
Was ist ein SOS-Kinderdorf?
Durch die Entwicklung des SOS-Kinderdorf-Betreuungsmodells waren wir von Anfang an Pionier einer familiären Betreuung von Kindern, die ohne ihre Eltern aufwachsen. Unser Ansatz familiärer Betreuung beruht auf vier Prinzipien: Jedes Kind braucht eine Mutter und wächst am natürlichsten mit Geschwistern, in einem eigenen Haus und in unterstützenden Gemeinde.
Wurde die Programmstruktur lange Jahre über die Einrichtungsperspektive definiert (SOS-Kinderdorf-Familienhäuser, SOS-Kinderdorf-Jugendeinrichtungen, Schulen, Sozialzentren, medizinische Einrichtungen), so verfolgt die SOS-Kinderdorf Programmpolitik einen programmorientierten Ansatz und legt das Hauptaugenmerk auf die Bedürfnisse und Rechte der Kinder.
Ein SOS-Kinderdorf wird als ein Entwicklungsprogramm für Kinder definiert, das hauptsächlich darauf abzielt, das Potential der Kinder in einem fürsorglichen familiären Umfeld bestmöglich zu entwickeln; unabhängig davon, ob es sich um die Herkunftsfamilie, die SOS-Kinderdorf-Familie oder eine andere Familienform handelt. Die Entwicklung und Umsetzung des SOS-Kinderdorf Programms erfolgt gemeinsam mit anderen Interessensgruppen aus der Gemeinde.
Was ist ein SOS-Nothilfeprogramm?
SOS-Nothilfeprogramme ermöglichen es uns, in einer von Krieg, Krisen oder Naturkatastrophen betroffenen Region schnelle und unbürokratische Hilfe anbieten zu können. So richten wir beispielsweise Ausgabestellen für Lebensmittel in jenen Gegenden ein, die von Hunger- und Dürrekatastrophen betroffen sind. Dies sichert in vielen Fällen die Grundernährung von Kindern und deren Familien bis zur Wiederherstellung der Infrastruktur des Landes. Nach Naturkatastrophen helfen wir mitunter durch die Errichtung von Notunterkünften, das Verteilen von Lebensmittelpaketen und Medikamenten oder auch durch die Bereitstellung von Baumaterial für den Wiederaufbau. SOS-Nothilfeprogramme sind eigentlich nur als vorübergehende Maßnahme gedacht, jedoch kommt es oft vor, dass daraus Einrichtungen entstehen, die den betroffenen Gemeinden Langzeithilfe anbieten.
Mehr über die SOS-Nothilfeprogramme
Warum spielt SOS-Kinderdorf keine größere Rolle in der Nothilfe?
SOS-Kinderdorf wurde gegründet um in Not geratenen Kindern langfristige Hilfe anzubieten und ist nicht als Nothilfeorganisation zu verstehen. Wir helfen Familien zusammenzubleiben und bieten Kindern, die ihre Eltern verloren haben oder nicht mehr bei ihrer leiblichen Familie leben können, eine neue, langfristige Lösung. Zusätzlich zu den SOS-Kinderdörfern betreiben wir auch andere Langzeiteinrichtungen wie etwa SOS-Kindergärten, SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen, SOS-medizinische Zentren und SOS-Sozialzentren, die sowohl der Gemeinde als auch SOS-Kindern und SOS-Jungendlichen zur Verfügung stehen.
In durch Krieg oder Naturkatastrophen hervorgerufenen Krisensituationen sind wir durch das Netzwerk unserer Einrichtungen in der Lage, den Opfern schnell zu helfen, entweder durch unsere eigenen SOS-Nothilfeprogramme oder auch in Zusammenarbeit mit dem Staat, der UNO oder anderen NGOs . Jedoch nimmt die Nothilfe im Rahmen der Arbeit von SOS-Kinderdorf einen geringeren Stellenwert ein. Im Vergleich zu anderen NGOs vor Ort decken unsere SOS-Nothilfeprogramme einen weit kleineren Bereich ab.
Wie reagiert SOS-Kinderdorf auf die AIDS-Problematik?
Unsere Programme für von HIV/AIDS betroffene Menschen konzentrieren sich auf die Prävention sowie auf die Unterstützung von Familien, denen ältere Kinder oder Großeltern vorstehen, da die Eltern AIDS zum Opfer gefallen sind. Es ist unerlässlich, unsere Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter über die Vermeidung einer HIV-Infizierung aufzuklären. Erkranken in einer SOS-Familie Kinder an AIDS, versuchen wir, diese Kinder möglichst lange in der Familie zu betreuen, sofern die nötige medizinische Versorgung gewährleistet ist.
In Gegenden, in denen die Krankheit weit verbreitet ist, können sich die Menschen in SOS-medizinischen Zentren kostenlos testen und beraten lassen. Diese Zentren bieten auch Präventions- und Aufklärungsprogramme an. Zusätzlich bieten wir Kindern aus von HIV/AIDS betroffenen Familien Stipendien an, damit sie weiterhin zur Schule gehen können.
Unsere Gemeinschafts-Hilfsprogramme für von AIDS betroffene Personen konzentrieren sich auf die Unterstützung und Hilfe für Familien, denen Kinder oder Großeltern vorstehen: materielle Unterstützung, Ausbildung, Kontakte zu Sozialeinrichtungen, HIV/AIDS-Aufklärungskampagnen, Beratung und Aktivitäten zu Schaffung eigenen Einkommens.
Mehr zu den HIV/AIDS-Programmen von SOS-Kinderdorf